Wasserwirtschaftsamt
Weiden

Ökologische Verbesserung und Neugestaltung von Katharinabach und Pfreimd

In den Jahren 1992 bis 1995 wurde der Oberlauf der Pfreimd durch das Wasserwirtschaftsamt Weiden renaturiert.
Das Bauvorhaben umfasst die ökologische Verbesserung und Neugestaltung von Katharinabach und Pfreimd, einem Gewässer II. Ordnung, im Landkreis Neustadt/WN. Als Bauherr fungierte der Bezirk Oberpfalz, die Planung und Bauausführung übernahm das Wasserwirtschaftsamt Weiden.

Übersichtskarte über das Projekt
+ Übersichtskarte

Geschichte

1362 erlaubte Kaiser Karl IV. den Landgrafen Ullrich und Johann von Leuchtenberg, im Tal der Pfreimd durch einen Dammbau (beim Dorf Pfrentsch) einen großen Weiher anzulegen (der größte Weiher in unserer Gegend mit einer Fläche von 4,1 Quadratkilometer) und soviel an böhmischen Grund zu beanspruchen, als das Wasser erfasst. Im Falle einer Trockenlegung sollte dieser Grund wieder an Böhmen zurückfallen. Der Weiher wurde vom Katharinabach, dem Rehlingbach und dem Natschbach gespeist.

Die wesentlichen Gründe für die Anlage dieses Weihers dürften wohl die Fischzucht gewesen sein, aber auch die kontinuierliche Versorgung der flussabwärts liegenden Hammerwerke. In jedem 3. Jahr wurde abgefischt. Dieses Ereignis brachte für einige Zeit einen Hauch der weiten Welt in das entlegene Land an der Grenze und wurde zu einem wahren Volksfest.

Im Sommer 1599 brach der Damm des Weihers. Der Gutachter empfahl einen Dammneubau. Der neue Damm war 1614 fertig.

Darstellung der Fläche des Pfrentschweiher um 1800
+ Fläche des Pfrentschweiher um 1800

1810 wurde der Weiher zum letzten Mal abgelassen.

In den sechziger Jahren wurde die Pfreimd in diesem Bereich begradigt und die umliegenden Grundstücke zur besseren landwirtschaftlichen Nutzung entwässert.

Darstellung des Ausbauzustands vor 1992
+ Ausbauzustand vor 1992

Ziele

Arbeiter der Flussmeisterei beim erstellen eines natürlichen Uferschutzes Die Arbeiter der Flussmeisterei erstellen mit Spreitlagen einen natürlichen Uferschutz
 

Durchführung

Durch den Rückbau der begradigten Pfreimd, sollte ein mäandrierender Wiesenbach mit Prall- und Gleitufern entstehen. Vorhandene Flussabschnitte werden teilweise als Altwasser erhalten, und zusätzliche Altarme werden angelegt. Das alte Flussbett soll bei Hochwasser weiterhin als Flutmulde dienen. Durch den Einbau von Sohlschwellen und Störbäumen soll der Katharinabach zum Mäandrieren angeregt werden.

Zwei größere Betriebsflächen mit Ackernutzung waren von dieser Baumaßnahme betroffen. Durch die Renaturierung der Pfreimd in diesem Bereich, konnte Ackerland in Grünland, mit extensiver Nutzung, umgewandelt werden. Darüber hinaus wurden erhebliche Flächen der natürlichen Sukzession überlassen.

Bagger heben den neuen Flusslauf aus Ein neuer Flusslauf entsteht

Daten

Arbeiter beim verankern von Faschinen und Spreitlagen unter verwendung von Holzpflöcken
+ Faschinen und Spreitlagen werden mit Holzpflöcken im Erdreich verankert

Tipps und Wissenswertes

Verstreut über einen Teil des Geländes wird auf neun Tafeln Interessantes und Wissenswertes über das Pfrentschweiher-Gelände vermittelt. Nach der abgeschlossenen Renaturierung des Flüßchens Pfreimd hat diese Gegend damit noch eine weitere Bereicherung erfahren.

Vor allem die besondere Landschaft ist ein weiteres Plus des kleinen Spaziergangs: Die zwischenzeitlich stark verlandeten "neuen Altarme" des renaturierten Bereichs, die stark fließende Hauptader der Pfreimd, eine bunte Vogelwelt und die Weite des ehemaligen Weihergrundes bilden ein beeindruckendes Miteinander. Der Lehrpfad stellt dazu nun eine beachtenswerte Ergänzung dar, und liefert nicht nur für interessierte Heimatkundler weitere wertvolle Tipps und Hintergrundinformationen ökologischer und geschichtlicher Natur.

Einen Abstecher wert ist der neue "Landwirtschaftliche Lehrpfad" des Staatsgutes Prentsch, Außenstelle der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt Almesbach, sowie die Schautafeln der Forstwirtschaftsverwaltung.

Das neu geschaffene Areal bettet den "Bocklradweg" in die Landschaft idyllisch mit ein, der hier die Pfreimd mit seinen Auen kreuzt.


Der gesamte Bereich wurde der natürlichen Sukzession überlassen, sowohl der Aquatische als auch der Nichtaquatische

Weiterführende Informationen

Links zu anderen Angeboten