Wasserwirtschaftsamt
Weiden

Schutzfunktion des Bodens

Weiche Landung

Grundwasserbeschaffenheit:

Niederschlag. Was danach nicht wieder verdunstet oder oberirdisch abfließt, sinkt allmählich in den Boden ein und beginnt seinen Weg hinab zum Grundwasser. In diesem 3-Phasen-Raum aus fester Bodenmatrix, flüssigem Sickerwasser und gasgefüllten Porenräumen entfalten sich intensive Wechselwirkungen und Austauschprozesse. Schon in der stark belebten obersten Bodenzone widerfährt dem Wasser wichtiges: Aus dem Wurzelraum der Pflanzen nimmt es Kohlendioxid auf und bildet Kohlensäure - mit der es später z. B. Kalk aus dem Grundwasserleiter lösen kann. Mitgeführte Partikel bleiben an engen Porenhälsen hängen (Filtration) oder sie können, wie auch manche gelöste Stoffe, an Bodenteilchen festhaften (Adsorption). Besonders an den blätterig strukturierten Tonmineralen werden Stoffe bis zu einem bestimmten Maß zumindest vorübergehend festgelegt und teils Umwandlungsprozessen ausgesetzt, teils später auch wieder freigesetzt (Pufferung). Und mit zunehmendem Sickerweg durch gewundene Porenräume gehen nicht nur Filtration und Sorption weiter, eingetragene Stoffe verteilen sich immer mehr durch Dispersion, so dass ihre Konzentration (wenn auch nicht ihre Gesamtmenge) abnimmt.

Die mikrobiologische Lebewelt kann zudem, vor allem in Wechselwirkung mit der Vegetation, so manche Stoffe abbauen bzw. umwandeln. Pflanzen holen bei der Nährstoffaufnahme gelöste Stoffe aus dem Boden, insbesondere Nitrat. Bodenbakterien bauen auch etliche Stoffe ab und wandeln sie in unbedenkliche Stoffe um. Von diesen Bakterien ernähren sich wiederum Kleinstlebewesen in den winzigen Porenräumen. Mit ihren Bewegungen verhindern sie, dass diese Porenräume verstopfen und erhalten so die Filterwirkung des Bodens.

Eine Grafik zeigt einen Profilschnitt von der Atmosphäre über die Boden- und Gesteinsschicht bis zur so genannten Grundwasserhemmschicht. Für jeden Abschnitt auf der Passage durch die Luft und den Untergrund wird beschrieben, welche Veränderungen ein Wassertropfen erfährt, zum Beispiel aufnahme von Stickoxiden beim Durchgang des Tropfens durch die Atmosphäre. + Auf dem Weg ins Grundwasser erfährt ein Regentropfen vielfältige Veränderungen.

Der Boden fängt also einiges auf. Allerdings hat seine Filter- und Reinigungswirkung natürliche Grenzen. Sogenannte Makroporen - seien dies Grabgänge von Würmern, Käfern oder Kleinsäugern, seien es Gänge ehemaliger Wurzeln oder schlicht Trockenrisse - wirken als Bypässe, an denen das mikrobiologische Abbaupotential einfach umgangen wird. Regelmäßig bearbeiteter Boden zeigt daher eine homogenere Rückhaltewirkung als Dauergrünland. Letzteres kann wiederum besser mit dem Nährstoffangebot aus der Düngung umgehen, denn im Gegensatz zu Reihenkulturen wie Getreide oder insbesondere Mais ist sein Wurzelwerk immer schon vollständig und flächig entwickelt, so dass selbst bei höherem Stickstoffangebot kaum Nitrat ausgewaschen wird. Mit manchen modernen Substanzen jedoch ist der Boden völlig überfordert: Chlororganische Fettlösemittel wie die sog. Kaltreiniger haben eine sehr hohe Umweltmobilität und versacken bei Bodenkontakt schlagartig, durcheilen sogar wasserundurchlässige Tonschichten fast mühelos.

Die Schutzfunktion des Bodens für das Grundwasser ist beachtlich und von Dauer - solange wir sie nicht überfordern.

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